DEM HIMMEL ZU

Lieder und Klavierstücke

Beethoven
Schubert
Schumann
Liszt

"Jedes Stück dieses Programms will «aufwärts fragen», um es mit Hölderlin zu sagen, nach dem Himmel also. Beethoven allen voran in zwei Kompositionen desselben Textes ‘An die Hoffnung’: er richtet unseren Blick nach oben, erst zart (op.32) zu Beginn des Programms, zum Schluss kategorisch (0p.94). Er gibt uns das eine Instrument in die Hand, das wir hier haben: Hoffnung. Eine ‘Marcia’ vom späten Beethoven versieht uns mit dem Mut zum Aufbruch. Franz Liszt formuliert mit seinen ‘Liebesträumen’ in zunächst zwei verschiedenen Gestalten das andere Instrument, das uns bleibt: Liebe - als einziges irdisches, das uns emporzuheben vermag. Schumanns Lenau-Lieder offenbaren die schwerstmögliche irdische Last, wenn die Hoffnung gestorben scheint wie für den Lyriker Lenau, den Schumann bis ins Verstummen Musik werden liess: als er vom Tod des Dichters (auch noch fälschlicherweise) hörte, schickte er ihm ein unvergleichliches ‘Requiem’ nach und hob ihn mit seiner «hoffnungslosen» Liebe gleichsam in den Himmel. Und diesen Übergang, das Transzendieren, das hat Liszt in ein unerhörtes Klavierstück gefasst am Beispiel der Transfiguration des Heilands: wir hören «des Heilands Wohnung» klingen, und das bedarf keiner Worte. Da ohne Schubert musikalisches Transzendieren kaum denkbar, zeigt er uns mit seinem Gesang ‘Im Frühling’ wie der Liebende sich selbst zum Vöglein transfigurieren möchte, um seine Liebe zu verewigen - das geht nicht hier, sondern nur dort. Bis zur ‘Jungen Nonne’, die das Leben als «gewaltigen Sturm» erlebt, die Welt aus eigener Kraft hinter sich lässt und zur «Himmelsbraut» mutiert unter Schuberts klingendem «Glöcklein». Im Impromptus spricht Schubert ohne Worte, die Register des Hier und Dort wechselnd, geradezu mit Engeln. Und uns bleibt hier nur jenes ‘Oh lieb, solang du lieben kannst’, jener dritte  ‘Liebestraum’ Liszts , der um die Welt ging: Liebe also, die wir leben können, um ein bisschen Himmel auf Erden wahr werden zu lassen, wenn wirs nicht selbst verhindern in unserem «rätselhaften Sein», das uns Beethoven endlich noch «enthüllen» möchte. Geradezu imperativ verleiht er uns die Flügel der Hoffnung in Musik: «Hoffen soll der Mensch, er frage nicht»."  

gae